Personal Trainer Lizenzen und Qualifikationen Welche Qualifikationen sollte ein guter Personal Trainer haben?

Woran erkennt man einen guten Personal Trainer?

Berufsbild und Lizenzen – Unterschiede zwischen Personal Training und begleitendes Fitnesstraining

Um es von vornherein zu sagen: Die Berufsbezeichnung des Personal Trainers ist nicht geschützt.

Leider. Denn wenn man sich mal vor Augen führt, dass nicht nur der Erfolg des Klienten sondern auch insbesondere seine Gesundheit von dem fachlichen Know-How des Personal Trainers abhängt, ist das absolut ärgerlich.

Wer schon mal in einem Fitnessstudio einen Trainer auf der Trainingsfläche danach gefragt hat, worauf beim Training mit einem Morbus Bechterew, einem wiederkehrenden Bandscheibenprolaps oder einer muskulären Dysbalance geachtet werden sollte, merkt schnell wo der Unterschied zwischen einem herkömmlichen Fitnesstrainer und einem Personal Trainer besteht.

Das Tätigkeitsfeld des Personal Trainers ist groß: Der Unterschied zum begleiteten Fitnesstraining, das man im besten Fall in jedem 08/15-Studio bekommt, besteht vor allem in der ganzheitlichen Betreuung des Individuums.

Neben gemeinsamen Trainings, die spitz auf den jeweiligen Klienten und seinen Bedürfnissen ausgerichtet sind, gehört das Ernährungstraining und die Beratung zu gesundheitlichen Problemen ganz klar zu den Aufgaben des Personal Trainers.

Der Trainer ist nicht nur der “Muskelmacher”, sondern motiviert wenn nötig (z.B. mit SMS oder wahtsapp zwischendurch) und entscheidet jeden Tag aufs Neue, welche Bedürfnisse der Klient heute hat. Nach einem besonders stressigen Tag beispielsweise, wird das ursprünglich geplante Training über Bord geworfen und stattdessen ein langer Walk durch den Wald gemacht, ein Entspannungstraining angeboten oder eine Massage vor Ort durchgeführt. Im Fokus steht immer das, was für den Klienten jetzt und heute am wichtigsten ist. Auch wenn das gerade so nicht im Trainingsplan stand.

Auch in der Umsetzung des Trainings ist Fingerspitzengefühl gefragt: Wenn in der Anamnese und Funktionsdiagnostik (die bei einem guten Trainer vor der Zusammenarbeit steht) ein Problem identifiziert wird, welches auf Anhieb wichtiger erscheint als das zuvor gesetzte Ziel, werden die Prioritäten neu sortiert.
Das Training wird in Echtzeit auf die jeweilige Situation angepasst.

Und manchmal wird zusammen eingekauft, gekocht oder einfach mal alles von der Seele geredet.

Aber wie erkennt man jetzt einen guten Personal Trainer?

An seiner eigenen Fitness? Nicht nur. Natürlich sollte ein guter Trainer ein Vorbild sein und selbst wissen, wie sich die jeweilige Übung anfühlt oder wie ein empfohlenes Rezept schmeckt.

Viel wichtiger allerdings sollten seine Soft- und Hard-Skills sein.

Hard-Skills:

Ein guter Trainer verfügt mindestens über eine Fitnesstrainer B-Lizenz, besser sogar eine A-Lizenz.
Im Fitnessbereich beginnt die Ausbildung meist mit der C-Lizenz. Die nächste Stufe darauf ist die B-Lizenz. Danach folgt die A-Lizenz.
Eine Groupfitness B-Lizenz ist im Personal Training leider nicht ausreichend. Hier lernt der Trainer zwar auch die Grundlagen der Anatomie und der Trainingslehre, aber der Fokus steht hier im Unterrichten von allgemeiner Fitness in Gruppen.

Da es in Deutschland aber unzählige Ausbildungsinstitute gibt, sollte der Trainer eine zertifizierte und geprüfte Fortbildung besucht haben.

Gute Personal Trainer, die sich nicht scheuen von unabhängigen Experten auf Herz und Nieren überprüft zu werden, lassen sich vom Bund Deutscher Personaltrainer e.V. (BPT e.V.) qualifizieren und bei personalfitness.de listen.

Der BPT e.V. ist der Berufsverband für Personal Trainer, und nur Ausbildungsinstitute, die den Qualitätsstandard entsprechen, bekommen das BPT e.V. -Siegel.
personalfitness.de ist eine Plattform für die Suche nach qualifizierten Trainer. Denn wer dort gelistet werden will, muss eine dicke Bewerbungsmappe (inkl. Lizenzen, Vordrucken, AGBs, Nachweis über Versicherungen etc.) einreichen und wartet Wochen auf seine Freischaltung.

Dazu kommt, dass sich ein guter Personal Trainer nicht auf seinem Wissen ausruht: Ständige Fortbildungen gehören unbedingt dazu. Kritisch betrachtet werden sollten auch alle Trainer, die meinen die Weisheit mit dem Löffel gegessen zu haben. Denn nur wer auch mal über den Tellerrand schaut, weiß was er noch nicht weiß. 😉

 

Soft-Skills:

Ein guter Personal Trainer sollte offen und freundlich sein. Gute Manieren haben. Selbst gerne trainieren und gepflegt sein – schließlich kommen Sie ihm bei einem Einzeltraining sehr nahe.

In einem kostenlosen und unverbindlichen Beratungstermin können Sie direkt auch mal schauen, ob die Chemie zwischen Ihnen stimmt. Neben allen fachlichen Qualifikationen bringt es nämlich nichts, wenn Sie Ihren neuen Trainer nicht riechen können, er sie nicht motivieren kann oder eine Stunde voller Schweigen sich zieht wie eine Ewigkeit.

 

Was noch?

  • Vor jedem Termin sollte ein kostenloses Beratungsgespräch angeboten werden.
  • Vor jeder Zusammenarbeit sollte außerdem ein Anamnesegespräch und Fitnesstest durchgeführt werden. Welche Krankheiten bestehen? Welche Ziele werden gesetzt? Wie hoch ist der Blutdruck? Wie hoch sind Körperfett- und Muskelanteil? Werden Medikamente eingenommen?
  • Die Konditionen sollten vorher transparent sein: Ein qualifizierter Trainer, der auch im BPT e.V. Mitglied ist, wird sein Training nicht an der Mindestgrenze von weniger als 85€ anbieten. Je nach Lage sind Preise zwischen 85 und 120 € realistisch.
  • Ihr neuer Personal Trainer sollte eine Haftpflichtversicherung haben, in der sowohl potenziell gesundheitliche wie auch materielle Schäden abgedeckt sind, wenn Sie z.B. zusammen bei sich Zuhause  trainieren und eine schwere Hantel Ihre neuen Fliesen beschädigt.
  • Pünktlichkeit ist immer ein gutes Zeichen.
  • Und wenn Ihr neuer Trainer auch schon mal zwischendurch ein offenes Ohr für Sie und Ihre Bedürfnisse hat, steht einer zukünftigen Zusammenarbeit nichts weiter im Wege. 😉

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